Navagraha Puja Video

 

Navagraha Puja

Im Oktober lies ich eine Navagraha Puja für mich ausführen. Zu einem erhoffte ich mir dadurch eine tiefere Verbindung mit den Grahas (Planeten) einzugehen, was für mich als Astrologin wichtig ist; zum anderen unterliege ich ja selbst den planetaren Einflüssen, die nicht immer als sanft zu beschreiben sind. Bei der Navagraha Puja werden den neun Planeten für sie spezifische Getreidesorten und Kräuter, Ghee, Blumen usw. dargebracht, sowie spezielle Mantras rezitiert. Zudem galt ein Teil der Zeremonie auch Dhanvantari – dem Avatara der für die Gesundheit zuständig ist. Ohne physische und geistige Gesundheit ist jede Mühe und Weiterentwicklung nur noch erschwert oder auch gar nicht möglich.

Diese Puja galt jedoch insbesondere Shani (Saturn), sodass ein Samstag als geeigneter Wochentag gewählt wurde. Zudem wurden andere spezifische astrologische Regeln befolgt, um den genauen Termin der Zeremonie festzulegen. Wir haben uns auch auf die frühen Nachmittagsstunden festgelegt, da Jupiter direkt am Aszendenten stand (von wo aus er günstige Energien dem Saturn im 9. Haus sendete) – Jupiter gilt als der kosmische Priester, seine Segnungen wollten wir natürlich nutzen.

Ein kurzes Video der vedischen Feuerzeremonie



Indra, der Gott des Himmels, machte aus diesem Samstag einen wunderschönen und vor allem auch warmen Tag, sodass ich der ganzen Zeremonie in der einfachen Hindu-Kleidung der Frauen beiwohnen konnte (im Sari und Choli) und der Priester in seiner noch etwas dünneren Bekleidung auch nicht fror. Die Zeremonie durfte in kleinen und privaten Rahmen ausgeführt werden – meine Freunde, die ihr gerne spirituelle Versammlungen und Festivitäten besucht, bitte verzeiht, dass ihr deshalb nicht eingeladen wart.

Anwesend waren schließlich mein Ehemann, ich, Amara Prabhu – der Priester/Brahmane in der südindischen Tradition - und seine Frau Annapurna, die die ganze Zeremonie mit dem Rezitieren des Maha-Mantras begleitete.

Für die Zeremonie haben wir uns einen schönen und etwas versteckten Ort in der Natur ausgesucht, etwas oberhalb der Stelle an dem ein kleinerer Fluss in die Elbe hineinfließt. Wunderschön und idyllisch, die Konzentration galt nun nur noch der Zeremonie. Nach den Anweisungen des Priesters half ich den Yajnakund aufzubauen, die Feuerstätte, in die die Opfergaben an die Grahas dargebracht werden. Für die neun Grahas wurden Schälchen mit den entsprechenden Getreidesorten gefüllt (Weizen für die Sonne, Reis für den Mond, Gelbe Linsen für Jupiter…, schwarze Sesamsamen für Shani), die später ins Feuer dargebracht wurden.

Es wurden viele Mantras rezitiert, die zum Herbeirufen einer gereinigten Atmosphäre, Beseitigung aller Negativität, Lobpreisung verschiedener göttlichen Wesen, usw. dienen. Kurz vor dem Schluss rezitierten der Brahmane und ich gemeinsam auch die Sri-Shanaishcara-Krita-Narasimha-Stuti – die Gebete, die Shani an Narasimhadeva (Avatar für Mars und Schutzgott) richtete. Dieses Stuti ist besonders empfehlenswert und unterstützend für alle, die den Sade-Sati Transit erleben (Saturns Transit über den Geburtsplaneten Mond), es besänftigt aber auch allgemein Saturns Negativität und verleiht Schutz.

Am Ende der Zeremonie durfte ich die letzte Opfergabe ins Feuer legen – eine Kokosnuss. Sie symbolisiert das Ego – das, was uns alle von Gott trennt und zu einer erneuten Inkarnation in dieser Welt zwingt. Das Platzen der Kokosnuss im Feuer wird als glückverheißend betrachtet und auch erwartet – es stellt das zer-platzen des Egos dar und somit die harte Schale, die das ewige spirituelle Selbst (atman) bedeckt. Die Kokosnuss platzte und ich war erfüllt von Erleichterung und Freude.

Die Zeremonie dauerte ca. 2 Stunden und schloss ab, als die Sonne sich schon stark dem Westen neigte. Ich war verwundert die geistige Ruhe zu vernehmen, die mich erfüllte. Die Mantras wirkten und ich war wieder einmal ruhig in mir selbst, im Frieden mit mir selbst. Mit der Welt. Die körperliche Dränge (ich habe an dem Tag gefastet), die geistigen Regungen, die energetischen Schwankungen, alles schien in einen Zustand der Ausgeglichenheit und des Stillstands gekommen zu sein. Ein seltener Moment des allumfassenden Friedens.

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saha-yajnah prajah sristhva purovaca prajapatih
anena prasavishyadhvam esha vo ‚stv istha-kama-dhuk

„Am Anfang der Schöpfung brachte der Herr aller Geschöpfe Generationen von Menschen und Götter hervor, zusammen mit Yajna für Vishnu, und segnete sie, in dem er sprach: „Möget ihr durch dieses Yajna (Darbringung) glücklich werden, denn seine Durchführung wird euch alles gewähren was wünschenswert ist, um glücklich zu leben und Befreiung zu erlangen.“