Jupiter in den Zwilligen

 Jupiter im Zeichen Zwillinge

31. Mai 2013

Mit dem heutigen Tag beginnt Jupiter seinen Transit durch das siderische Zeichen Zwillinge. Jupiter steht für Wachstum, Entwicklung und Zuversicht. Auch steht er für Chancen, gute Gelegenheiten und Lösungsansätze. Weiterhin ist er Karaka (Signifikator) für Weisheit, Philosophie, Religion und Glück im weitesten Sinne des Wortes (bhagya). Schöpferische und kreative Kraft, Wohlstand und Barmherzigkeit sind weitere Signifikationen dieses Planeten. Im kosmischen Planetenkabinett ist er Berater und Lehrer, mit der wichtigen Aufgabe, auf den für jeden Menschen (individuell) rechten Weg (Weg des Dharmas) hinzuweisen: auf den Sinn der jeweiligen Inkarnation, dessen Erkenntnis eine wichtigsten Voraussetzungen für die Erfahrung des echten Glücks ist.

Das Zeichen Zwillinge ist ein Nebenzeichen von Merkur und somit für den Jupiter weder stärkend noch schwächend (nach den Prinzipien der SVA). Jupiter selbst verstärkt einige der guten Zwillinge-Eigenschaften. Dieses Luftzeichen des Tierkreises steht vordergründig für kognitive und kommunikative Fähigkeiten, weiterhin auch für  Motivationen, Ambitionen und Wissensdurst. Im Zeichen Zwillinge geht um die Erkenntnisgewinnung auf der Grundlage des Versuchs und Irrtums sowie um den Informationsaustausch jeglicher Art. Somit begünstigt Jupiter im Zeichen Zwillinge für die nächsten ca. 12 Monate vor allem die Aneignung und Vertiefung des Wissens, Angelegenheiten um die Kommunikation, Veröffentlichungen, Bemühungen um Diplomatie und die Entwicklung eines positiven, lösungsorientierten Denkens, mentale und emotionale Balance sowie Realisierung vor allem kurzfristigen Projekte und Ambitionen.

Auch Jupiters Signifikationen werden relativ günstig von der anpassungsfähigen, veränderlichen und wissensdurstigen Natur des Zeichens Zwillinge gefördert. So kann man sich nun mit einer offener und neugierigeren Geisteshaltung verschiedensten philosophischen und auch religiösen Fragen widmen, die eigenen Glaubenssätze überprüfen und sich diese aus verschiedensten Blickwinkeln anschauen – gegebenenfalls auch verändern. Berater, Lehrer, Pädagogen, Priester, Anwälte, Richter können neue Kommunikations- und auch Handlungswege beschreiten und dürften sich durch innovatives, visionäres und ideenreiches Denken (Zwillinge) beflügelt fühlen.

Am besten kommen diese Tendenzen in den Zeiten zum Vorschein, in denen Jupiter die Nakshatras Mrigashira und Punarvasu besetzt, die sich über das Zeichen Zwillinge erstrecken. Insgesamt wird Jupiter drei Nakshatras passieren und deshalb vorerst die Eckdaten:

-    Bis 29. Juni 2013 – Jupiter im Nakshatra Mrigashira
-    29.06. – 01.09. 2013 – Jupiter im Nakshatra Ardra
-    01.09.2013 – 16.01.2014 – Jupiter im Nakshatra Punarvasu
     Jupiter wird in Punarvasu rückläufig 07.11.2013 – 06.03.2014
-    16.01.- 24.04.2014 – Zurück im Nakshatra Ardra
-    24.04.2014 – Wieder im Nakshatra Punarvasu
-    19.06.2014 – Jupiter wechselt in das siderische Zeichen Krebs

Jupiters Transit durch Nakshatras

Das Nakshatra Mrigashira wird als „Stern der Suche“ bezeichnet. In diesem Fixstern positioniert, begünstigt Jupiter Forschungs- und Entdeckungsunternehmungen, was sich mit unter sehr günstig auf die Erforschung der eigenen Glaubenssätze, der Weltanschauungen und der Lebensziele auswirken mag. Jupiter fördert hier die Zielrealisierung und intellektuelle Fähigkeiten sowie Tätigkeiten. Leidenschaft, hohe Beweglichkeit und Ruhelosigkeit sind mit Mriga verbunden – gute Zeit für die Reisen und eben intensives Verfolgen der eigenen Ziele, achten sollte man aber darauf, dass die Suche nicht zum Endziel wird, das Finden dadurch aus den Augen verloren. Auch was die Finanzmärkte betrifft, für die Jupiter zuständig ist, kann sich eine gewisse Verblendung durch eigene Wünsche und Begierden bemerkbar machen, eine hohe Nervosität und Ruhelosigkeit. Insgesamt fördert Mrigashira Handel, sorgt zugleich für den Eindruck, es gebe da noch etwas anderes, besseres oder einfach auch mehr, was es gilt, sich anzueignen.

„Ardra“ bedeutet „die Feuchte“ und wird mitunter durch eine Träne symbolisiert. Rudra, der kosmische Zerstörer, ist für diesen Stern zuständig. Ardra steht für Zerstörung, Chaos, Zerfall, und Auflösung. Jupiters Transit durch Ardra kann unangenehme und chaotische Veränderungen in Bezug auf die finanziellen Angelegenheiten hinweisen, die sich jedoch als notwendig erweisen dürften, um eine möglichst helle Zukunft zu ermöglichen. Ardra weist vor allem auf die Tendenz zur Selbstzerstörung hin: Insofern könnten die Finanzmärkte und Bänke ein Verhalten aufzeigen, das natürlicherweise zum Chaos und schließlich Destruktion führt. Je nach dem auf welches Boden der Sturm-Regen fällt, bringt es auch eine Erleichterung und Möglichkeit zum Weiterwachsen oder es zerstört: Je nach dem, wie die Ausgangssituation einer Bank, wird dieser Transit-Einfluss für die Vertiefung der Problematik sorgen, oder vielleicht auch für die Reparatur der Probleme, die da sind. Denn Ardra steht auch in Verbindung mit der Fähigkeit, aus dem Zerstörten, aus den Ruinen etwas Neues aufzubauen.

Der Transit-Jupiters durch Nakshatra Ardra kann einige Glaubenssätze, Überzeugungen und auch philosophische Überlegungen ordentlich durcheinander bringen. Berater, Lehrer, Erzieher, Banker, Anwälte und Richter könnten mit Gewalterfahrungen und/oder auch mit Verzweiflung konfrontiert sein (die Träne).

Mythologisch betrachtet, bekommen wir ein umfassenderes Blick auf die Wirkung der drei Nakshatras, die Jupiter passieren wird:
Mriga steht in Verbindung mit Prajapati (kosmischen Schöpfer, Brahma), der im Rahmen seiner Schöpfungen auch die wunderschöne Rohini hervorbrachte. Obwohl er sie als seine Tochter hätte betrachten sollen, verfiel Brahma lüsternen Wünschen beim Anblick dieser Schönheit, die sich sofort auf die Flucht vor ihrem Vater begeben hatte. In einer Instanz dieser durch Gelüste getriebener Jagd Prajapatis auf seine Tochter, nahm Prajapati die Form eines Rehs (Mriga), um sich Rohini unbemerkt nähern zu können. Als Rohini dies erkannte war sie so entsetzt von der Begierde und Lust ihres Vaters, dass sie Zuflucht bei Shiva (Rudra) aufsuchte. Als Shiva, der aus dem Zorn Brahmas geboren wurde, erkannte, wie geblendet durch die Lust und somit uneinsichtig sein Vater war, köpfte er ihn – seit dann hat Brahma nicht mehr fünf, sondern nur noch vier Köpfe. Nicht nur eine Träne, sondern einen ganzen Kopf musste Brahma fallen lassen, um aus dem Zauber der Gelüste zu erwachen.

Wird es unter dem Einfluss des Jupiters im Nakshatra Ardra sein, dass die Bankwesen und die Finanzmärkte in irgendwelcher Hinsicht stark „beschnitten“ werden?

Wer die Wirkung von Jupiter in Ardra in Bezug auf die finanziellen Angelegenheiten untersuchen möchte, kann sich dabei z.B. den Zeitraum Sommer 2001 – Sommer 2002 vorknüpfen, in dem Jupiter das letzte Mal vordergründig stand.

Das Nakshatra Punarvasu stellt die letzte Instanz des im Mriga begonnen Dramas: Punarvasu ist der Stern der Erholung, der Regenerierung. Er wird von Aditi, der Mutter der Götter, die auch als Göttin der Produktivität gefeiert wird. Aditi steht für tugendhaftes und nobles Handeln, Segnungen und Schütz der Sprösslinge. Gute Zeit um neue Umstände und Gelegenheiten zu schaffen, sowohl in Bezug auf das Finanzielle, wie auch in Bezug auf die eigene Selbstverwirklichung und Berufung (Dharma), aber auch Gesundheit. Für die jenige, die Nachwuchs planen oder wünschen: Hier ist das grüne Licht!

Im Nakshatra Punarvasu wird erneut das philosophische Denken und tiefe Einsicht gefördert. Eine gute Zeit für Vergebung, Reisen und all das, was die Regenerierung, Erneuerung begünstigt.  
Der Handel dürfte wieder florieren, dieses Mal auf eine ausgeglichenere und eben – tugendhaftere Art und Weise.

Wer profitiert nun am meisten vom Jupiter?

Die Menschen mit dem Aszendenten und Planeten im Zeichen Zwillinge, aber auch in den Zeichen Waage und Wassermann sowie Schütze, profitieren nur am meisten. Sie stehen entweder unter direktem Jupiter-Einfluss (Zwillinge) oder spüren seine günstigen Aspekte. Weniger spüren die günstige Jupiter-Energie die Menschen, deren Mond (Geist, Psyche) in den Zeichen Krebs, Skorpion oder Steinbock steht, vorausgesetzt, Jupiter ist nicht in einem der Kendra-Häuser Ihres Horoskops positioniert. Für diese Personen ist Jupiter in einem der Dushtanas (negative Häuser) von dem Mond aus betrachtet (Chandra-Lagna) positioniert, was das so genannte Sakata-Yoga erzeugt. Yogas sind spezielle Planetenstellungen und Kombinationen, die auf gewisse „Zwänge“ hinweisen – das vergangene Karma muss geerntet werden, ob gutes oder „schlechtes“. Unter Sakata-Yoga zeigen sich Glück und die Unterstützung auf die man angewiesen ist als sehr unstet oder werden einem sogar entzogen, was die Weiterentwicklung und Fortschritt im Leben sehr mühsam macht.

Bis 22. Juni 2013 macht sich auch das Sarasvati Yoga bemerkbar, die von den Planeten Jupiter (Weisheit; Gelehrsamkeit), Merkur (Wissen; Verstand) und Venus (Kunst; Liebe) gebildet wird. Alle diese Planeten stehen derzeit im Zeichen Zwillinge in einem starken energetischen Austausch. Dieses planetare Yoga (Verbindung) ist nach der Göttin Sarasvati benannt, der Göttin der Gelehrsamkeit und der Redegewandtheit. Somit ist dieser Zeitraum besonders günstig für alle Aktivitäten, deren Sinn im künstlerischen, kreativen oder auch im Lernen und Lehren liegt.

Im Verlauf der nächsten 12,5 Monate wird Jupiter immer wieder in Beziehung zu anderen Planeten treten, wie etwa Rahu und Saturn, die in Monaten September/Oktober in enger Konjunktion im Zeichen Waage stehen werden: Jupiter wird nicht nur Rahu beeinflussen, sondern steht auch selbst unter dem Einfluss diesen Schatten-Planeten. Jupiters Rückläufigkeit, wie auch viele andere Faktoren sind zu beachten, wenn wir über Jupiters Transit sprechen. Diese differenzierte Betrachtung ist am meisten im Sinne der persönlichen Horoskopanalyse nützlich, wie etwa im Rahmen einer Jahresanalyse. An dieser Stelle wollte ich nur auf einige wichtige und allgemein gültige Informationen hinweisen.